Trense – Alles was du über Trensen und Halfter wissen musst

Was ist eine Trense

Ein Pferd mit Trense und Halfter steht vor einer grünen Wiese und einem Wald. Der Artikel dreht sich um die Trense. Die Trense gehört zu den wichtigsten Ausrüstungsgegenständen beim Reiten. Mit ihr kann der Reiter direkt auf das Pferd einwirken. Die Trense ist das Mundstück des Pferdezaumes und besteht aus zwei beweglichen Metallstangen, die durch ein bewegliches Gelenk miteinander verbunden werden. An den Seiten befindet sich jeweils ein Ring um die Zügel einschnallen zu können.
Die Trense selbst ist ein Teil des Zaumzeug, welches aus Kopfgestell, Zügen und eben der Trense (dem Gebiss) besteht, sofern es sich um einen Trensenzaum handelt. Die Trense gilt als Wirkelement, da durch das geschickte Führen der Zügel Druck auf das Maul ausgeübt werden kann.

Korrekterweise heißt das Gesamtgebilde Trensenzaum, umgangssprachlich wird es aber schnell zur Trense gekürzt, was verwirrend erscheinen mag da die Trense eigentlich nur das Gebissstück des Zaumzeugs ist.

Wo wird die Trense genutzt

Im Turniersport wird sehr häufig auf Trense geritten. Daher werden viele Pferde direkt für das Reiten mit der Trense ausgebildet. Aber auch beim Gelände, der Dressur und anderen Disziplinen ist sie häufig im Einsatz.

Was ist der Unterschied zwischen Trense und Halfter

Während die Trense zum Zaumzeug gehört und beim Reiten selbst Ihren Zweck erfüllt (die Steuerung des Tieres) ist das Halfter eher zum Führen des Pferdes am Boden geeignet. Mit dem Halfter bringt man sein Pferd in die Box oder nutzt es beim Putzen oder wenn das Pferd zur Weide geführt wird.

Versicherung beim Reiten ohne Trense genau studieren

Viele Versicherer decken Schäden bei Reitunfällen nur ab, wenn das Pferd eine Trense getragen hat. Das gilt auch beim Spazieren mit Pferd. Prüfen Sie Ihre Versicherungsunterlagen oder lassen sich eine Info schriftlich oder per Email vom Versicherer direkt zukommen.

Aus welchem Material besteht das Gebissstück (die Trense)

Heute kommen viele verschiedene Materialien bei der Herstellung zum Einsatz.

  • Metall
    Edelstahl, Eisen, Kupfer sind die gängigen Metalle die bei einer Trense verwendet werden. Edelstahl ist besonders langlebig und glatt. Darüber hinaus lässt es sich wunderbar einfach pflegen. Eisen fördert den Speichelfluss des Pferdes durch den besonderen Geschmack des Metalls. Kupfer wird selten alleine zur Herstellung eines Gebissstückes verwendet, es eignet sich jedoch aufgrund seines guten Geschmackes gut, um es bei der Herstellung unterzumischen. Ein weiter Vorteil von beigemischtem Kupfer ist die Eigenschaft, dass es sich im Maul des Tieres schnell auf Körpertemperatur erwärmt.
  • Kunststoff
    Kunststofftrensen werden häufig aus Nathe hergestellt. Es ist bei weitem nicht so haltbar wie eine Metalltrense, dafür aber sehr weich. Vorsicht: Auch Kunststofftrensen haben einen Drahtkern. Daher muss regelmäßig kontrolliert werden, ob dass Pferd die Trense bereits runtergekaut hat. Wenn der Drahtkern offen liegt kann es zu schlimmen Verletzungen im Maul des Tieres kommen.
  • Leder
    Eine Ledertrense bedarf intensiver Pflege da das Material sonst schnell hart, rau und damit unangenehm für seinen Träger wird.
  • Gummi
    Eine Trense aus Gummi sollte nur bei gut kauenden Pferden zum Einsatz kommen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Gummitrense auf Dauer abstumpfend – ähnlich einem Radiergummi – wirkt. Auch die Gummitrense hat einen Draht- oder Metallkern damit es vom Pferd nicht durchgebissen werden kann. Daher ist der Reiter auch hier in der Pflicht, die Reitausrüstung auf ihre Haltbarkeit regelmäßig zu überprüfen.
  • Schaumstoff
    Auch die Schaumstofftrensen haben einen Metallkern um den das Schaumgummi verarbeitet wird. Es kommt überwiegend im Rennsport zum Einsatz.

So ist ein Trensenzaum aufgebaut

Üblicherweise besteht ein Trensenzaum aus einem Genickstück, zwei Backenstützen, dem Kehlriemen und einem Stirn- oder Nasenriemen.

Das Genickstück

Das Genickstück liegt hinter den Ohren des Pferdes am Genick an. Hier ist zu beachten, dass das Genickstück richtig anliegt und die korrekte Größe hat. Das Genickstück trägt das Gewicht der Trense. Liegt es nicht richtig an, wird das Pferd schnell unruhig.

Der Stirnriemen

Der Stirnriemen ist dafür verantwortlich, dass das Genickstück nicht verrutscht und an seinem angedachten Platz hinter den Ohren fest sitzen bleibt. Beachten Sie bei der Auswahl des Zaumzeuges folgende Regel: Je schmaler das Genickstück ausfällt desto wichtiger wird ein Stirnriemen um das Gewicht der Trense ordentlich zu verteilen.

Die Backenstücke

Diese werden links und rechts am Genickstück eingeschnallt. Sie verlaufen unter dem Jochbein und senkrecht am Pferdekopf hinab. Am unteren Ende der Backenstücke wird die Trense befestigt und eingeschnallt.

Der Kehlriemen

Über den Kehlriemen wird verhindert dass sich das Pferd das Zaumzeug abstreifen kann. Es verläuft vom Genickstück hinter dem Unterkiefer des Pferdes entlang. Üblicherweise ist der Kehlriemen bereits fest in das Genickstück des Trensenzaums eingearbeitet.

Unterschiedliche Arten

Es gibt über 14 verschiedene Trensen Arten, von denen jedoch nicht alle durch die Reiterliche Vereinigung zugelassen sind da sie nicht tiergerecht sind oder das Potential haben, das Pferd stark zu verletzen.

Zugelassene Trensen

  • Stangengebiss
  • Wassertrense
  • Die doppelt gebrochene Trense
  • Knebeltrense
  • D-Ringtrense
  • Olivenkopftrense

Nicht durch die FN zugelassene Trensen :

  • Aufziehtrense
  • Löffeltrense
  • Cescendotrense
  • Rollentrense
  • Zusatketten
  • Schlangengebiss
  • Kettentrense
  • Doppeltrense

Was kostet eine Trense:

Trensen sind ab 25 € in annehmbarer Qualität erhältlich. Je nach Hersteller, Marke, Art und Beschaffenheit kann der Preis auch schnell bei 150 € liegen.

Trense kaufen – Das sollten Sie beachten

Wenn Sie eine Trense kaufen möchten, achten Sie auf drei Dinge.

  1. Die Größe Ihres Pferdes
  2. Die Größe des Gebisses
  3. Ihr Umgang bzw. „Die Hand des Reiters“

Vorsicht beim spazieren gehen und ausreiten ohne Trense

Nochmal der Hinweis wie bereits oben erwähnt: Wer mit seinem Pferd reitet oder spazieren geht, sollte vorher in seinen Versicherungsunterlagen nachschauen oder sich direkt bei seiner Versicherung erkundigen (schriftlich / per Email) ob das Bewegen des Pferdes ohne Trense bei einem Versicherungsfall mit abgedeckt ist. Das baumlose Spazieren wird nicht von jeder Versicherung getragen.

Richtig trensen / Auftrensen

Die richtige Zäumung ist von großer Bedeutung. Beim aufzäumen werden dem Pferd zuerst die Zügel über den Kopf gelegt. So behält man die Kontrolle über das Pferd beim Ausziehen des Halfters. Ist das Halfter abgenommen kann die Trense angezogen werden.

  1. Zuerst schieben Sie die Trense vorsichtig ins Maul Ihres Pferdes.
  2. Danach können Sie Verzäumung vorsichtig über die Ohren ziehen aber noch nicht festschnallen
  3. Kontrollieren Sie, ob die Bügel richtig liegen und das sich die Mähne und das Pferdehaar nicht unter der Zäumung verfangen haben
  4. Als nächsten den Kehlriemen (immer eine Hand Platz lassen) festschnallen
  5. Dann den Nasenriemen (2 Finger unter Jochbein) gurten
  6. Zuletzt den Sperrriemen am Maul verschnallen.

Ob alles richtig aufgezäumt wurde, erkennt man schnell wenn sich zwei Hautfalten am Mundwinkel des Tieres gebildet haben.

Quelle: Youtube

Weitere Zaumzeug Arten

Neben dem Trensenzaumzeug gibt es weitere Arten.

  • Einohrzaum
  • Fahrzaum
  • Westernzaum
  • Kappzaum
  • Seilhalfter / Knotenhalfter

Kritik:

Die Trense ist nicht unumstritten, da Pferde das Trensen oftmals als unangenehm empfinden und sich mitunter dagegen zur Wehr setzen. Das ist verständlich, wenn man bedenkt, dass das Pferd beim Reiten ständig einen Fremdkörper im Maul ertragen muss. Bei falschem Umgang kann das Pferd darüber hinaus schnell verletzt werden, was nicht im Sinne von Tier- und Reitfreunden sein kann.

Nach heutigen Erkenntnissen und Methoden gehen viele Reiter alternative Wege und probieren das Reiten ohne Trense aus.

Reiten ohne Trense

Das Reiten ohne Trense wird auch als Reiten ohne Gebiss genannt. Hierbei wird das Pferd darauf trainiert ausschließlich über Körpersignale geritten. Dies setzt ein besonders verständnisvolles und inniges Miteinander voraus.